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    Unterstützung des Miskolcer Kinderschutzzentrum

    Aktuell: Ende November waren wir wieder im Kinderheim.

    Ein Samstagsbesuch im Kinderheim Miskolc

    Das erste Bild: Das Gebäude im Regen, Gitter vor den Fenstern. Vielleicht schockierend, wenn man es zum ersten Mal sieht.

    Realität: Die Heimleiterin ist extra gekommen, weil Barbara Lötzsch das Haus sehen möchte. Wir sind hier drei Mal im Jahr, spielen mit den Kindern oder basteln und gestalten einen bunten Nachmittag. Auch für uns, die wir schon öfter dort waren, ist die Führung eine freudige Überraschung: Die Wände sind mit Figuren bemalt, die Athmosphäre freundlicher, als wir sie in Erinnerung hatten.

    „Eine Mitarbeiterin hat die Wände bemalt,” erzählt die Heimleiterin. Und dass die Kinder jetzt mehr darauf achten, dass die Wände nicht schmutzig werden.

    Was doch ein Mensch bewirken kann, wenn einer was macht.

    Dieses Heim ist erste Anlaufstelle für Kinder, die in ihren Familien nicht bleiben dürfen oder können, weil die Eltern im Gefängnis sind oder obdachlos. Obdachlosen Eltern nimmt man die Kinder weg. Obdachlosigkeit ist in Ungarn seit diesem Herbst ein Straftatbestand. Armut wird kriminalisiert.

    Manche Kinder kennen keine Toilette, wenn sie zuerst ins Heim kommen. Es gibt eine Art zu wohnen in Ungarn, wo man seine Notdurft in einem alten Stall oder im Freien verrichtet.

    Die Mitarbeiterinnen müssen den Kindern alltägliche Dinge beibringen: Dass man am Morgen aufsteht, die Körperpflege, dass es danach ein Frühstück gibt und dass man zur Schule oder in den Kindergarten geht. Dass es regelmäßig zu essen gibt. Dass man in einem Bett schlafen kann und nicht auf dem Boden liegen muss.

    Ein Kind wurde aus Budapest gebracht, weil es in dem Komitat gemeldet ist, in dem Miskolc liegt. Es hatte mit der obdachlosen Mutter jede Nacht woanders im Freien die Nacht verbracht.

    In der Woche unseres Besuches waren 14 Kinder neu gekommen. 2 Gruppen sind zusammengelegt worden, weil Mitarbeiterinnen fehlen. Auch das Putzen und Waschen liegt bei den Betreuerinnen oder den Jugendlichen. Zum Spielen ist keine Zeit.

    Wir hatten drei Angebote: Memoryspiel, Märchen vorlesen und Basteln. Wir bastelten wieder Eulen aus Toilettenpapierinnenrollen und Hologrammfolie. Ein bisschen Glitzer auf Armut. Ich hatte das Basteln übernommen, der Tisch war überfüllt von Kindern, ich hatte gut zu tun.

    Wenig Zeit, sich umzusehen, aber ich bekam doch mit, wie die Mitarbeiterinnen die Kinder in den Arm nahmen.

    Der gute Wille ist da, nur die finanziellen Mittel reichen nicht: Es gibt zu wenige MitarbeiterInnen.  Unsere Arbeit ist wichtig, auch wenn wir den Kindern nur einen schönen Nachmittag machen können. Vielleicht erinnert sich ein Kind später daran, dass es einmal eine Eule basteln konnte, Memory gespielt oder ein schönes Märchen gehört hat.

                                                                                                            Ulrike Schilling